Kinder beim Grillen

Grillen mit Kindern – der ultimative Guide

Nun ist der Sommer endlich da!

Jetzt verlagern Viele die heimische Küche ins Freie und zelebrieren die Grill-Saison – entweder im eigenen Garten, in Parks oder in der freien Natur. Oft ist da die ganze Familie mit Kindern dabei. Beim Grillen mit Kindern steht vor allem die Sicherheit an erster Stelle. Um Unfälle zu vermeiden, solltest Du ein paar Dinge beachten. Für Spiel, Spaß und Spannung gibt es einige Kniffe und Tricks und leckere Grill-Rezepte, die auch den Kleinsten schmecken.

Die Vorbereitung

In der Regel möchten Kinder an den Aktivitäten von Erwachsenen teilhaben und selbst aktiv werden. Hierzu gehört auch der Umgang mit Feuer und das Schwingen der Grillzange. Ob und inwieweit Du dein Kind in den Grill-Prozess mit einbeziehst, hängt zum einen vom Alter und zum anderen davon ab, wie viel Du deinem Schützling zutraust. Vertrau hier auf dein Bauchgefühl und deine Erfahrungen als Mama oder Papa. Übergib keine Aufgaben an Dein Kind, wie zum Beispiel das Anzünden des Grills, wenn Du das Unfallrisiko als zu hoch einschätzt.

An erster Stelle steht auf jeden Fall die Aufklärung Deines Kindes über den verantwortungsbewussten und sicheren Umgang mit Feuer und Grill. Verhalte Dich selbst so, wie Du es dir von deinem Kind wünschst. Als Erwachsener nimmst Du eine Vorbildfunktion ein. Erkläre alle Schritte genau und beaufsichtige jeden Handgriff deines Kindes. Setze ihm von Anfang an Grenzen! Weise Dein Kind darauf hin, welche Aktivitäten tabu sind und welche Gefahren von Grill und Feuer ausgehen können. Sind Kleinkinder beim Grillen mit dabei, können ihre älteren Geschwister mit aufpassen oder sie mithilfe von Spielen beschäftigen.

Wenn dein Schützling noch zu jung ist, um in unmittelbarer Nähe zum Grill zu stehen oder selbst das Fleisch zu wenden, dann bezieh es anderweitig ein – zum Beispiel in die Vorbereitungen von Fleisch oder anderem Grill-Gut sowie in die Zubereitung von Salaten. Beim Decken und Dekorieren des Esstisches helfen Kinder ebenfalls gern.

Gib deinen kleinen Helfern das Gefühl, dass auch sie etwas zu einer gelungenen Grill-Party beitragen. Gemeinsam könnt ihr das Grillen zu einem echten Festessen machen.

Das Grill-Equipement und der richtige Umgang damit

Wenn Du mit Kindern grillst, ist eine kinderfreundliche Ausstattung empfehlenswert, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden.

Achte beim Grillen mit einem Holzkohlegrill auf eine stabile Bauart und einen ebenen Boden, auf dem der Grill steht. So verringerst Du das Risiko, dass dieser umkippt und Personen in der Nähe mit heißer Kohle und Glut in Berührung kommen. Verzichte in jedem Fall auf Benzin oder Spiritus. Holzkohle und Grillanzünder reichen vollkommen aus. Bei der Verwendung von Spiritus und Benzin können gefährliche Stichflammen und Verpuffungen entstehen,

Achte beim Kauf von Feuerkörben oder Feuerschalen darauf, dass diese bei Windstoß keine glühenden Kohlen verlieren können. Feuerschalen aus emailliertem Metal sind am besten. Heißes Fett wird somit aufgefangen, ohne, dass es anfängt zu brennen. Kinder können die Feuerschalen von außen berühren und verbrennen sich nicht daran. Wenn Du einen Elektrogrill benutzt, dann verlege die dazugehörigen Kabel sicher, um eventuellen Stolperfallen vorzubeugen.

Grenze die offene Feuerstelle beim Grillen in der freien Natur mit Steinen ab, damit sich das Feuer nicht auf Gras und nahe gelegene Büsche oder Bäume ausbreitet. Informiere Dich vor allem im Hochsommer über eine eventuell bestehende Waldbrandgefahr und entscheide anhand dessen, wo Du mit deinen Kindern grillst.

Wenn Kinder mit am Grill stehen, ist besondere Schutzkleidung wichtig. Eine Schürze aus nicht entflammbarem Material kann Deinen Schützling vor Verbrennungen durch heißes Fett oder Glut bewahren. Achte beim Kauf von Grillhandschuhen auf die richtige Größe. Passen Sie nicht, können Sie von der Hand rutschen. Auch Grillzangen und anderes Besteck sollten für Kinder gut zu greifen sein. Informieren sich am besten über spezielle Hilfsmittel für Kinder. Zum Anzünden des Grills eigenen sich lange Streichhölzer und Feuerzeuge mit Kindersicherung.

Das richtige Verhalten

Generell gilt: Grille niemals in geschlossenen Räumen, da sonst akute Vergiftungs- und Brandgefahr besteht. Nutze geeignete Feuerstellen in der freien Natur oder einen Grill im eigenen Garten.

Scheue dich nicht vor fachmännischer Unterstützung, wenn es um die Aufklärung Deiner Kinder über den richtigen Umgang mit Grill und Feuer geht. Zum Beispiel kannst Du gemeinsam mit deinem Kind einen Grill-Kurs besuchen. Hier könnt ihr alle wichtigen Handgriffe lernen und auch gleich ausprobieren. Außerdem stärkt es das gegenseitige Vertrauen. Der nächste Grill-Abend verläuft so bestimmt entspannter.

Bewahre beim Grillen mit Kindern immer Ruhe. Besprecht gemeinsam, welche Schritte zu beachten sind. So verringerst Du das Risiko hektischer und unüberlegter Handlungen und daraus folgender Verletzungen. Vermittele deinem jungen Grill-Meister Sicherheit und Teamgeist.

Bei Beschäftigungen und Spielen im Freien, sollten sich Kinder nicht in unmittelbarer Nähe zum Grill aufhalten. Andernfalls besteht Stolpergefahr oder Spielgeräte können mit dem Grill in Berührung kommen und diesen zum Umsturz bringen.

Halte stets einen Eimer mit Sand und eine Wolldecke für den Fall eines unerwünschten Brandes bereit. Lösche Fettbrände auf gar keinen Fall mit Wasser. Denn dieses bringt das heiße Fett zum Spritzen und vergrößert den Brand. Sind Würstchen, Steaks und Co verzehrt, lösche das Feuer und die Glut im Grill mit Wasser.

Wichtig: Achte darauf, dass Du selbst nicht zu viel Alkohol trinkst, auch, wenn es die Stimmung hebt. Bei einem zu hohen Alkoholkonsum besteht die Gefahr, die Kontrolle über das Geschehen und deine eigenen Reaktionen zu verlieren.

Das richtige Grill-Gut und kinderfreundliche Rezepte

Damit es Kindern schmeckt, ist es am besten, sie bei der Auswahl und Zubereitung von Fleisch und anderem Grill-Gut mit einzubeziehen. Exotisches oder bitter schmeckendes Gemüse entsprechen meist nicht dem Geschmack von Kindern. Beliebt sind zum Beispiel gegrillte Maiskolben oder Grill-Kartoffeln. Steaks und Würstchen haben eine mundgerechte Größe und lassen sich auf Wunsch leicht aufspießen. So wird das Essen für Groß und Klein viel entspannter. Denn Eltern müssen das Fleisch für Ihre Schützlinge nicht erst zerkleinern. Deine Kinder freuen sich außerdem über mehr Selbstständigkeit am Esstisch. Achte hierfür auch auf kinderfreundliches Essbesteck. Für Schaschlik machen sich besonders lange Spieße gut. So kommen Kinder mit dem heißen Fleisch nicht in Berührung. Außerdem sollte das Fleisch nicht zu fettig und zu scharf gewürzt sein. Weniger ist hier mehr! Empfehlenswert ist mageres Fleisch wie Pute oder Hähnchenschenkel.

Stockbrot ist eine echte Gaumenfreude für Kinder. Bereite hierfür einen einfachen Hefeteig in der heimischen Küche vor. Dafür brauchst du Mehl, ein Ei, Trockenhefe, Zucker, Milch, Salz und Öl. Vermenge alle Zutaten miteinander, bis ein formbarer Teig entstanden ist. Lass diesen anschließend abgedeckt im Kühlschrank ziehen. Deine Kinder können ihn später um selbst gesammelte Stöcke wickeln und über dem Feuer knusprig backen.

Toastbrot oder Baguette sind bei Kindern auch sehr beliebt.

Dazu passt selbstgemachte Kräuterbutter mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Nehmt dazu ein ganzes Stück Butter. Die selbst gesammelten Kräuter werden zerkleinert und mit der Butter vermengt. Petersilie, Dill, Schnittlauch und Basilikum sind besonders schmackhaft. Wer es noch würziger mag, kann auch noch frische Knoblauchzehen dazu tun. Hier solltest du allerdings Rücksicht auf den Geschmack deiner Kinder nehmen. Zu viel Knoblauch oder andere Gewürze sind Kindern oft zu scharf und verderben ihnen den Appetit.

Mit Nudelsalat kannst Du ebenfalls nichts falsch machen. Koche kleine Nudeln, am besten Gabelspaghetti, und gib sie in eine große Schüssel. Danach zerkleinerst du Minitomaten, Gewürzgurken sowie Möhren und gibst sie dazu. Ein paar Apfelstücke bringen eine tolle Süße und Säure mit rein. Zum Schluss noch Mais, Olivenöl, Salz, Pfeffer und verschiedene Kräuter – und schon ist ein bunter Nudelsalat fertig.

Eine leckere Ergänzung sind überbackene Mett-Brötchen vom Grill. Dazu brauchst Du helle oder dunkle Brötchen, Schmelzkäse, frisches Mett und wahlweise Zwiebeln. Bestreiche zuerst die Brötchenhälften mit dem Schmelzkäse und verteile dann das gesalzene und gepfefferte Mett darauf. Für einen würzigeren Geschmack kannst du das Mett auch mit zerhackten Zwiebeln vermengen. Wer ein echter Käseliebhaber ist, kann zusätzlich noch geriebenen Gouda über das Mett streuen. Anschließend kommen die vorbereiteten Mettbrötchen für einige Minuten auf den Grill und werden von beiden Seiten gelb-braun gebacken.

Als Nachtisch eignen sich feste Früchte, die ihr aufspießt und grillst. Danach tunkt ihr sie je nach Belieben in warme Schokolade oder Vanillecreme.

Weitere Rezepte findet man zum Beispiel bei http://www.chefkoch.de/forum/2,21,463028/Kinder-Grillen-Was-sind-bei-Euch-richtige-Renner.html

Getränke

Als Getränke sind bei Kindern meist süße Limonaden beliebt. Wer es gesünder mag, kann alternativ auch zu natürlichen Säften oder Saftschorlen greifen. Oder Du machst die Limonade einfach selbst. Zum Beispiel aus frischem Holunder oder Minze, die im heimischen Garten oder im Wald wachsen. Deine Kinder können die Zutaten selbst pflücken und stärken ganz nebenbei auch noch ihr Bewusstsein für die Natur.

Alkohol ist für Kinder tabu. Doch es gibt leckere alkoholfreie und bunte Cocktails, die Kinder selbst mixen können. Stelle dazu verschiedene Säfte wie Kirsch-, Orangen- oder Bananensaft bereit. Eiswürfel halten die Getränke kühl. Verwende große Gläser – am besten aus stabilem Plastik. Falls doch mal eines umkippt, gibt es keine Scherben und die Verletzungsgefahr ist geringer. Die Trinkbehälter kannst Du mit deinen Kindern verzieren. Ein Zuckerrand beispielsweise sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch so. Tauche dazu den Glasrand in eine kleine Schüssel mit Zitronensaft und anschließend in Zucker. Bunte Strohhalme, Schirmchen und Früchte als Garnitur peppen den Kinder-Cocktail auf.

Sind mehrere Kinder anwesend, ist es ratsam, die Gläser zu markieren, um Verwechslungen bei den Getränken zu vermeiden. Mit Glasmalstiften oder buntem Klebeband können die jungen Partygäste ihren Gläsern oder Bechern eine besondere und einzigartige Note verleihen.

Ideen für ein Grill-Fest mit Kindern

Grillen an sich ist für Kinder eine spannende Aktivität. Doch es gibt einige Kniffe und Tricks, mit denen Du ihnen ein echtes Grill-Fest bereiten. Dazu müsst Du keinen großen Aufwand betreiben. Oft reichen einfache Mittel aus, um Kinder zu begeistern. Beziehe deine Kleinen in die Vorbereitungen mit ein – zum Beispiel bei der Gestaltung der Tischdekoration. Diese muss nicht kompliziert oder teuer sein. Servietten mit sommerlichen Motiven, Deko-Schirmchen und Strohhalme für Gläser oder ein selbst gepflückter Blumenstrauß aus dem eigenen Garten bringen Abwechslung auf den Esstisch und bereiten Kindern Freude.

Bei Wanderungen durch die Natur kannst Du das Grillen thematisch aufwerten, zum Beispiel mit einer Abenteuer-Geschichte. Zaubere anschließend gemeinsam mit allen Kindern ein ,,Räuber-Essen“ – am besten an einer offenen Feuerstelle. Beauftrage die Kinder, kleine Äste und Steine zu sammeln und die Feuerstelle damit vorzubereiten. Das Fleisch marinierst Du am besten schon in der heimischen Küche. Grill-Spieße mit Fleisch und Gemüse eignen sich besonders gut, da sie sich einfach zubereiten lassen und Kindern das Essen erleichtert. Salate machen sich auch gut – am besten verpackt in Tupfer-Dosen. Kinder können diese mit selbst gesammelten Kräutern aufpeppen. Erkläre und zeige hierbei genau, welche Pflanzen essbar sind. Um Vergiftungen vorzubeugen, solltest Du dich auskennen und das Sammeln der Kräuter beaufsichtigen. Thematisch abgestimmte Spiele mit viel Bewegung oder eine Schnitzeljagd runden das Grill-Abenteuer in der freien Natur ab.

Und nach der Grill-Party?

Ist die Grillparty vorbei, steht das Aufräumen an – eine Aktivität, die Kinder meist nicht mögen. Doch auch hierfür sollten Kinder Verantwortung tragen. Gemeinsam geht alles viel schneller und leichter von der Hand. Am besten bekommt jedes Kind eine eigene Aufgabe. Motiviere deine Kleinen, zum Beispiel mit einem anschließenden Spiel. Wenn es sich anbietet, könnt ihr auch eine Nachtwanderung mit Taschenlampe und Kompass machen. So rundest Du die Grill-Party ab.

Das Löschen des Grills ist für Kinder auch spannend. Lass deine Schützlinge hierbei niemals allein und leite diese genau an. Gerade beim Grillen in der freien Natur solltest Du deinen Kindern unbedingt über eine mögliche Brandgefahr aufklären. Weise deine kleinen Grill-Meister außerdem darauf hin, wie wichtig es für Natur und Tiere ist, entstandenen Müll, wie benutztes Plastikbesteck und Pappteller, ordentlich zu beseitigen. Damit stärkst Du ihr Umweltbewusstsein und Verantwortungsgefühl für Flora und Fauna.

Erstversorgung von Verbrennungen

Bei einem Grill-Unfall gilt es, die Verbrennung deines Kindes richtig zu versorgen. Bewahre in erster Linie Ruhe und schenke deinem Schützling Trost. Brennende Kleidung solltest Du sofort mit Wasser löschen. Alternativ hilft das Herumwälzen auf dem Boden.

Kleine Verbrennungen kühlst du mit nicht zu kaltem Wasser für etwa zehn bis fünfzehn Minuten, bis die Schmerzen gelindert sind. Das Wasser sollte eine Temperatur von zwanzig Grad nicht unterschreiten.

Sind größere Hautflächen verbrannt, musst Du den Notarzt rufen. Bis dieser eingetroffen ist, hilft eine schmerzlindernde Erstversorgung. Entfernen hierzu vorsichtig Kleidung und umliegende Gegenstände. Kühle anschließend die betroffenen Hautstellen. Allerdings sollte dieser Vorgang nicht länger als fünfzehn Minuten dauern, da sonst die Gefahr einer Unterkühlung besteht. Ebenfalls helfen feuchte Brandwundenverbandtücher. Diese beruhigen und verringern das Risiko einer Infektion. Bei großen Verbrennungen besteht die Gefahr, dass dein Kind einen Schock erleidet. Bringe es deshalb in eine Schockhaltung und beruhige es.

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